Die verbotenen Heilpflanzen

Zistrose (Cistus Creticus ssp. Incanus)

Die Zistrose wächst in einigen Gegenden Griechenlands wild auf magnesiumreichen Böden.

Der Strauch der Zistrose wird bis zu einem Meter hoch. Wird es ihr zu heiß, klappt sie einfach ihre Blätter ein und wartet auf den nächsten Regen. So schafft sie es, monatelang auszuharren. Mit dem ersten Regen im Herbst öffnet sie ihre Blätter und bildet über den Winter dicke Blütenknospen. Im Frühjahr kommt schließlich ihre auffällig rosa zarte, leicht zerknitterte Blüte zum Vorschein. Die ganze Pflanze strömt einen zarten aromatischen Duft aus.

In Griechenland ist die Heilwirkung der Zistrose seit Jahrhunderten bekannt und wird vielfältig genutzt. Erste Hinweise auf ihre Verwendung stammen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus.

Griechische Hirten wurden auf sie aufmerksam, indem sie beobachteten, dass kranke Ziegen sich von der Herde entfernten und Cistus fraßen, was sie normalerweise nie anrührten. So wurde die heilende Wirkung an Menschen erprobt und das mit bemerkenswertem Erfolg.

Nach alter Überlieferung wird die ganze Pflanze sowohl innerlich und äußerlich zu Heilzwecken verwendet. Mittlerweile bestätigen eine Fülle an modernen wissenschaftlichen Untersuchungen die Ergebnisse alter Erfahrungen mit der Heilwirkung der Cistus-Pflanze, während weitere vielversprechende Untersuchungen laufen.

Was sind die Hauptanwendungsgebiete der Cistrose?
Cistus hat die Kraft, den ganzen Organismus zu entgiften, den Körper zu entschlacken und die Hautzellen zu verjüngen. Besonders bewährt hat sich ihre Anwendung bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen, wie z. B. Akne und Neurodermitis bis zu eitrigen Mandelentzündungen, grippalen Infekten, Pilzinfektionen wie Candida albicans sowie die der Haut, der Nägel und der Genitalien. Auch bietet sich Zistrosentee wunderbar als Gesichtswasser an. Es strafft, glättet und verleiht ein rosiges Aussehen. In der griechischen Volksmedizin ist die Zistrose und ihre heilende Anwendung bereits seit Jahrhunderten fester Bestandteil. Besonders wird sie geschätzt, um gegen Juckreiz bei Allergien und Hämorrhoiden vorzugehen oder sie therapeutisch bei bakteriellen Infektionen und Wunden einzusetzen. In einigen Gegenden Griechenlands nutzen Hebammen den Sud der in Wasser gekochten Cistuspflanze um damit Wöchnerinnen zu waschen, sodass Kindbettfieber und Wundinfektionen praktisch nicht vorkommen. Die Zistrose kann daher bei vielen unterschiedlichen Beschwerden vorbeugend oder zur Therapie angewendet werden, indem man den Tee trinkt oder einen Sud für die Haut herstellt. Aufgrund des hohen Harzgehalts sind die Blätter der Zistrose leicht klebrig. Das Harz der Zistrose wird Labdanum genannt. Aus alten Überlieferungen ist bekannt, dass dieses Harz zum Räuchern verwendet wurde, um das Raumklima zu desinfizieren und für gute Atmosphäre zu sorgen. Noch heute entnehmen Hirten in Griechenland das Harz teilweise aus dem Bart der Ziege, welches beim Weiden der Tiere dort hängen bleibt.

Die Wirkstoffe der Zistrose
Die Inhaltsstoffe der Zistrose wirken adstringierend (zusammenziehend). Dadurch können Durchfälle schnell verschwinden, Hautwunden zügig heilen und Juckreiz sich mindern. Neben Gerbstoffen und ätherischen Ölen ist besonders der hohe Gehalt an Polyphenolen hervorzuheben, welche bekanntlich gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen und deren Vorkommen u.a. aus kalt gepresstem Olivenöl bekannt sind.

Polyphenole wirken stark antioxidativ, d. h. sie helfen bei der Abwehr sogenannter freier Radikale, welche die Zellen unseres Organismus so stark schädigen können, dass sie die Entstehung von Krebs begünstigen. Lebensumstände wie Stress, starkes Rauchen, Ozon, Smog, Alkoholgenuss, Farbstoffe, Strahlungen, Medikamente u. v. m. führen zu vermehrtem Entstehen von freien Radikalen in unserem Körper. Bereits im Jahr 2000 fanden Forscher des LEFO-Instituts in Ahrensberg die antioxidative Kraft von Cistus heraus: Die Wissenschaftler entdeckten, dass sich im Kraut der Zistrose eine ganz besondere Kombination von Antioxidantien befindet, sodass bereits ein Schnapsgläschen Cistus Sud den Tagesbedarf an Vitamin C deckt und damit eine zwanzigfach stärkere antioxidative Kraft als frisch gepresster Zitronensaft aufweist. Auch soll der Polyphenolgehalt dreimal so groß sein wie der von Grüntee. Bei der Erforschung der Zistrose sind alle Bestandteile nach ihrer heilenden Wirkung analysiert worden. Dabei erschloss sich, dass das Ganze der Pflanze in ihrer Vollkommenheit die stärkste Heilwirkung besitzt. Deshalb wird weitestgehend von einer Extraktion der Bestandteile zur Verarbeitung zu Medikamenten abgesehen. Die Zistrose lässt sich auch in Gegenden wie Deutschland mit rauerem Klima züchten. Im Winter muss sie vor Frost geschützt werden. Zuchtpflanzen beinhalten jedoch einen insgesamt viel niedrigeren Gehalt an heilenden Wirkstoffen. Zudem darf die Bodenqualität nicht vergessen werden. Industrielle Bodenbearbeitung laugt die Böden aus und liefert nährstoffarme Pflanzen. Auch wenn Düngerzugaben und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen die Pflanze wachsen lassen, verändert sich ihr inneres so wertvolles Profil. Die in Griechenland wild wachsende Zistrose empfiehlt sich daher besonders für die Herstellung von Tee oder Sud.

Das kretische Cistus-Kraut
Kommt aus der Macchialandschaft Kretas. Sie ist erhältlich als Tee einmal samt der Stiele und Blätter sowie in Form der Zistrosenspitzen. Auch in der Kräutermischung zB „Erkältung, Grippe und Immunsystem“ ist sie zu bekommen. Wie oben beschrieben lässt sich auch das Harz verwenden, welches ebenfalls beispielsweise zum Räuchern für ein gutes Raumklima sorgt.
Wir hoffen durch diese Informationen weiter anzuregen, einen Beitrag zur Selbsthilfe zu leisten und sich mit dem vielfältigen Angebot aus Mutter Natur zu beschäftigen, die uns gerne auf dem Weg zu mehr Gesundheit begleitet.

Quellen:
◉ Weidner, Christopher, Wunderpflanze Zistrose, 2011, 2. Auflage
◉ Dr. Harnisch, Günter: Cystus. Gesundheit und Schönheit aus der griechischen Wildpflanze, 2011, 4. AuflageInformationen aus Berichten von einheimischen Griechen der Insel Kreta

EEE WICHTIGE HINWEISE unbedigt beachten bei etwaigen Gebrauch!
◉ Die Informationen über Kräuter und ihre Eigenschaften stammen aus Büchern, botanischen Büchern und aus der Forschung. Sie sind in keiner Weise ein medizinischer Rat oder eine Verschreibung.

è Bevor Sie ein neues pflanzliches Heilmittel oder eine Ergänzung zu Ihrer Täglichen Routine hinzufügen, sollten Sie einen Arzt oder Heilpraktiker konsultieren.
Das Kraut ist weder ein Arzneimittel noch ersetzt es Medikamente.


◉ Kräuter wirken keine Wunder, wenn wir nicht auf unsere Ernährung, unseren Lebensstil und unsere körperliche Aktivität achten.

è VORSICHT
Bei längerem Gebrauch von Kräutern wird empfohlen, eine Kräutermischung im Verhältnis 3:1 einzunehmen. Zum Beispiel:
• Wenn Sie sich für eine 3-wöchige Einnahme entscheiden, legen Sie eine einwöchige Pause ein.
• Bei einer 30-tägigen Einnahme sollten Sie eine 10-tägige Pause einlegen. Dies gilt nicht für Kräuter und Früchte, die eine abführende Wirkung haben.

Kräuter sollten in luftdichten Glasbehältern – an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort – aufbewahrt werden, um den Geschmack, die Konsistenz und die Eigenschaften zu erhalten.
Bevor Sie ein neues pflanzliches Heilmittel oder eine Ergänzung zu Ihrer täglichen Routine hinzufügen, sollten Sie einen Arzt oder Heilpraktiker konsultieren.

Empfohlene Tee-Dosierung:
1-3 Teelöffel loser Tee (oder 3 g bis zu 3 Mal) täglich. Wenn mehr als eine Kräutermischung zur gleichen Zeit konsumiert wird, sollte die Teemenge entsprechend reduziert werden.

Anleitung zur Zubereitung von Kräutertees:
Erhitzen Sie das Wasser gerade so weit, dass es zu kochen beginnt. Geben Sie pro 180 bis 240 ml Wasser 1 Teelöffel losen Tee in ein Tee-Ei oder einen Teebeutel. Gießen Sie das kochende Wasser über den Tee, decken Sie Ihre Tasse ab und lassen Sie den Tee 7-10 Minuten oder länger ziehen. Fügen Sie nach Wunsch Honig, Stevia oder Birkenzucker zum Süßen hinzu.

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